Klinik für Prostata-Therapie Heidelberg – Geschichte & Therapieentwicklung
Vorgeschichte (vor 1994)
Die Ursprünge der Klinik für Prostatatherapie in Heidelberg gehen auf den Urologen Dr. Joachim-Ernst Deuster zurück, der in seiner Praxis in Neckargemünd früh erkannte, dass Männer mit gutartiger Prostatavergrößerung schonend behandelt werden sollten – ohne langen Krankenhausaufenthalt und mit geringstmöglichen Nebenwirkungen. Seine Aufenthalte in den USA brachten ihn auf Fachkongressen in Kontakt mit amerikanischen Kollegen und medizintechnischen Hightech-Unternehmen.
Gründung 1994
Am 1. Oktober 1994 eröffnete Dr. Deuster in der damaligen Brückenkopfklinik am Neckar auf Neuenheimer Seite die Urologische Privatpraxis sowie die zugehörige „Tagesklinik für Prostata-Therapie Heidelberg”.
Die Klinik war die erste derartige Einrichtung in Deutschland, die minimal-invasive Methoden in der Urologie etablierte – eine der ganz wenigen Kliniken in Europa, die sich ausschließlich mit Erkrankungen der Prostata befasst.
Einführung HIFU
Im Jahr 2000 etablierte Dr. Deuster als erster Urologe einer Privatklinik in Deutschland das HIFU-Verfahren (High Intensity Focused Ultrasound) nach dem Sonablate-500-Prinzip. Dabei wird dem Patienten über den Enddarm ein Schallkopf eingeführt, der sowohl ein Ultraschallbild der Prostata erstellt als auch den zu behandelnden Bereich berechnet und mit Ultraschall vermittelter Hitze behandelt – ohne das umliegende Gewebe zu schädigen.
2002 – Einführung Greenlightlaser
Im Jahr 2002 lernte Deuster auf einem Urologenkongress in den USA die Wirkung von grünem Laserlicht auf gutartig gewuchertes Prostatagewebe kennen. Die Heidelberger Klinik war deutschlandweit die erste, die den Greenlightlaser einsetzte.
2007 – Dr. Thomas Dill stößt zum Team
Im Jahr 2007 kam Dr. Thomas Dill als erfahrener Facharzt für Urologie zur Klinik. 2009 wurde Dr. Dill Gesellschafter der Klinik.
2008 – Umzug ins :medZ Heidelberg-Bergheim
Am 1. November 2008 erfolgte der Umzug in das neue Medizinische Zentrum Heidelberg (:medZ) in Heidelberg-Bergheim. Die Einrichtung trägt seitdem offiziell den Namen „Heidelberger Klinik für Prostata-Therapie im :medZ GmbH“ und verfügt seit dem über eine eigene Bettenstation.
2010 – Dr. Martin Löhr stößt zum Team
Im Jahr 2010 kam Dr. Martin Löhr als erfahrener Facharzt für Urologie zur Klinik hinzu und verstärkte damit das ärztliche Führungsteam neben Dr. Dill und dem Gründer Dr. Deuster.
2011 – Führungswechsel
Am 1. Juli 2011 trat Dr. Joachim-Ernst Deuster in den Ruhestand. Seitdem leiten Dr. Thomas Dill und Dr. Martin Löhr die Klinik für Prostata-Therapie und die Urologische Privatpraxis Heidelberg gemeinsam als Geschäftsführer.
Ab 2013 – MRT-gesteuerte Fusionsbiopsie
Bei der MRT-gesteuerten Biopsie werden MRT-Aufnahmen mit einem aktuellen Ultraschallbild fusioniert (sogenanntes Fusion Imaging), sodass die Biopsie nicht mehr nach dem Zufallsprinzip, sondern gezielt aus verdächtigen Arealen entnommen werden kann. Der Eingriff erfolgt transperineal – also über den Damm – unter leichter Narkose, was ihn besonders präzise und nebenwirkungsarm macht.
Seit 2013 führten Dr. Dill und Dr. Löhr jährlich über 100 perineale MRT-gesteuerte Prostatabiopsien durch und waren ab 2014 als Schulungsärzte für die fusions-gesteuerte Prostatabiopsie tätig.
2015 – Einführung IRE/NanoKnife
Ab 2015 setzte die Klinik erstmals in Deutschland das Verfahren der Irreversiblen Elektroporation (IRE/NanoKnife) erfolgreich gegen Prostatakrebs ein, worüber das Magazin FOCUS berichtete.
2016 – Neue HIFU-Generation
Am 3. Februar 2016 wurde ein neues HIFU-Verfahren mit dem Sonablate 500-Gerät der 3. Generation vorgestellt.
2021 – Weltpremiere Photodynamische Therapie mit Chlorin E6
Die Heidelberger Klinik für Prostata-Therapie behandelte als weltweit erste Klinik Prostatakrebs mit der Photodynamischen Therapie (PDT) unter Einsatz des photoaktiven Wirkstoffs Chlorin E6.
Chlorin E6 gehört zur Gruppe der Photosensibilisatoren, die sich bevorzugt in Tumorzellen anreichern. Dem Patienten wird die Substanz als Kurzinfusion injiziert. Anschließend werden die Tumorzellen mit monochromatischem rotem Laserlicht einer Wellenlänge von 665 Nanometern beleuchtet, was eine photochemische Reaktion auslöst und zum Absterben der Krebszellen führt.
Die Klinik für Prostata-Therapie in Heidelberg besitzt mit dieser Behandlungsform weltweit ein Alleinstellungsmerkmal.
2024 – 30-jähriges Jubiläum & Zweigstelle
Am 1. Februar 2024 wurde in der ATOS Klinik Heidelberg eine Zweigstelle der Urologischen Privatpraxis eröffnet. Die Klinik feierte in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen.
