Exakte Diagnostik bei erhöhtem PSA-Wert

Ein erhöhter PSA-Wert kann – muss aber nicht – ein Hinweis für Prostatakrebs sein. Eine PSA-Erhöhung ist daher noch kein alleiniger Grund für eine Prostata-Biopsie!

Ein erhöhter PSA-Wert sollte immer abgeklärt werden. Dabei sollten zunächst die nicht-invasiven Mittel ausgeschöpft werden, denn häufig lässt sich ein erhöhter PSA-Wert durch eine gutartige Vergrößerung der Prostata oder durch eine Blasenentleerungsstörung erklären. Oftmals entsteht ein erhöhter PSA-Wert auch durch eine bakteriellen Entzündung der Prostata. In diesen Fällen ist eine Prostata-Biopsie nicht notwendig.Sollten sich jedoch bei der Untersuchung Hinweise für Prostatakrebs zeigen, sollte eine Biopsie äußerst genau geplant und nach aller neusten Erkenntnissen durchgeführt werden. Die so genannte randomisierte (zufällig verteilte) Prostata-Biopsie durch den Enddarm lehnen wir ab.

Die Elastographie gilt als zuverlässiges Ultraschall-Diagnoseverfahren bei Krebserkrankungen der Prostata.
Mit einer Blut- oder Urinanalyse kann man ohne Biopsie feststellen, ob ein Tumor-Risiko vorliegt oder nicht.
Mit der Elastographie lässt sich ein Tumorareal (siehe blauer Bereich im grauen Kreis) darstellen.
 

Mit Hilfe der Echtzeit-Elastographie können tumortypische Verhärtungen, wie sie bei tumorösen Gewebsveränderungen auftreten, lange sichtbar gemacht werden, bevor sie mit den Fingern tastbar werden. Tumorlokalisation und Ausdehung lassen sich somit ebenfalls sehr früh abschätzen. Dieses Ultraschall-Diagnoseverfahren setzen wir in der Klinik für Prostata-Therapie bereits seit Februar 2008 ein.
Verdichten sich mit diesen Untersuchungen die Hinweise für ein PCa, kann die Diagnose durch hochauflösende MRT-Bildgebung erfolgen. Die histologische Sicherung des Befundes kann mit wenigen Gewebeproben, die nicht durch den Enddarm, sondern durch die Haut erfolgt, erbracht werden.

Auch mit Hilfe der Cholin PET CT-Untersuchung kann der tumortypische Stoffwechsel im Gewebe sichtbar gemacht werden. Darüber hinaus ist eine sehr exakte Ausbreitungsdiagnostik durchführbar, die die weitere Therapiestrategie bestimmt.

Mit Hilfe dieser Untersuchungen lässt sich die Biopsie in vielen Fällen vermeiden. Die Informationen sind weit umfangreicher, sodass im Einzelfall eine organerhaltende PCa-Therapie z.B. mit hochintensivem Ultraschall (HIFU) möglich ist.

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