Lasertherapie bei Blasensteinen mit dem kombinierten Pulslaser

Die Lithotripsie, wie das Zertrümmern von Blasensteine mittels Laser auch genannt wird, ist ein sehr schonendes Verfahren, das die Lebensqualität der Patienten nach nur kurzem Klinikaufenthalt wieder herstellt. In der Klinik für Prostata-Therapie wird bei Blasensteine eine doppelte Lasertherapie angewendet, die zum einen die schmerzhaften Blasensteine zerstört und zum anderen die Ursache für Blasensteine, nämlich eine gutartige Prostatavergrößerung, wirksam und nachhaltig beseitigt.

Wie kommt es zu einem Blasenstein?

Eine Nervenschädigung oder – in vielen Fällen – eine gutartige Vergrößerung der Prostata hindert die Blase daran, sich vollständig zu entleeren. Es kommt zu Ausflockungen von Urinsalzen und zur Bildung von Konkrementen. Diese Steine sind in der Regel schmerzhaft und bilden häufig Infektionsherde im Blasen- und Prostata-Bereich. In der Regel erfolgt dann recht zeitnah eine offene Operation durch die Bauchdecke an der Blase, die einen langwierigen Klinikaufenthalt nach sich zieht.

Die Klinik für Prostata-Therapie Heidelberg, seit vielen Jahren Vorreiter in Deutschland bei alternativen, schonenden Prostata-Behandlungsmethoden, geht nun einen ganz anderen Weg: Statt der klassischen OP nutzt sie einen neu entwickelten, so genannten Holmium-YAG-Laser (Ho:YAG) des deutschen Herstellers Wolf aus dem schwäbischen Knittlingen zur Therapie. Die Faser eines ‚MegaPuls 30+’-Lasers wird mittels Zystoskop, einem Instrument zur Blasenspiegelung, über die Harnröhre in die Blase geleitet und zerstört dort mit gepulsten Energiestößen von 200 bis 4000 Millijoule (mJ) die Blasensteine.

Die Urologen durchfahren während der Behandlung ein Impuls-Spektrum von 3 bis 25 Hertz, da jeder Stein anders aufgebaut ist und jeder Stein bei einer anderen Impulsfolge zerplatzt. Jeder Puls ist dabei mit 150 bis 850 Mikrosekunden (µs, Millionstel Sekunde) extrem kurz. Je nach Zahl und Größe der Blasensteine dauert eine Laser-Behandlung zwischen wenigen Minuten und einer Stunde. Da sich der Patient in einer leichten Narkose befindet, spürt er von alledem nichts.

Der Holmium-YAG-Laser (Ho:YAG) des deutschen Herstellers Wolf ist unter anderem speziell auf die Zerstörung schmerzhafter Blasensteine ausgelegt.

Foto: Wolf GmbH

Harnstau wird beseitigt

Nach dieser so genannten Laser-Lithotripsie werden die Stein-Überreste abgesaugt oder fließen mit dem Harn ab. Die für den Harnstau verantwortliche Prostata-Vergrößerung wird wenige Wochen später behandelt. Dabei kommt der hochmodern > Greenlightlaser zum Einsatz. Mit seiner Leistung von 180 Watt schafft er auch Prostata-Drüsen von deutlich über 100 Gramm. Das grüne Laserlicht trägt dabei das überflüssige Gewebe nach dem Prinzip der Photoselektiven Vaporisation schonend ab, so dass der Patient bereits am Folgetag wiederhergestellt ist und seiner Arbeit nachgehen kann – ohne langwierige und belastende Operation mit gravierenden Nebenwirkungen. Auch das Risiko einer Potenz-Einschränkung ist bei den beschriebenen Laser-Verfahren extrem gering.

Die Aufnahme zeigt drei große Blasensteine vor der Behandlung.

Foto: Klinik für Prostata-Therapie Heidelberg GmbH
Das Bild zeigt die Spitze des Blasenstein-Lasers während der Lithotripsie; gepulste Energie lässt den Stein zerplatzen.

Foto: Klinik für Prostata-Therapie Heidelberg GmbH

Geringes medizinisches Risiko

Da es während einer Laser-Lithotripsie geschehen kann, dass durch die Scharfkantigkeit der Blasensteine die Blase selbst verletzt wird und es in seltenen Fällen auch zu einer Infektion kommen kann, werden nach der Behandlung immer auch Antibiotika verabreicht. In jedem Fall ist der medizinische Vorteil einer schonenden Behandlung weit höher zu bewerten als das Verletzungsrisiko im Rahmen einer Laser-Lithotripsie. Da auch Frauen nicht zu selten unter Blasensteinen leiden, ist das Verfahren der Laser-Lithotripsie grundsätzlich auch für Patientinnen geeignet. Ihnen wird nach der Blasenstein-Entfernung eine fach-neuro-urologische Weiterbetreuung angeraten.

Leiden Männer unter einer Blasen-Entleerungsstörung, die nicht auf Grund einer Prostata-Vergrößerung entstanden ist sondern neuronale, also nervliche Ursachen hat, gibt es andere Therapiemöglichkeiten. Man kann versuchen, die Harnsteinbildung durch eine Ansäuerung des Urins zu behindern, oder der Patient wird darin geschult, sich selbst mehrfach täglich einen Katheter zu legen, um den Harnabfluss einzuleiten.

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